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Forum für falsche Erinnerungen (iatrogen) induzierte falsche Erinnerungen, erfundener Missbrauch, Falschanschuldigungen und Induzierung der Multiplen Persönlichkeitsstörung
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Jenny Doe Admin
Anmeldedatum: 29.11.2006 Beiträge: 6092
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Verfasst am: 15.04.2007, 08:42 Titel: Wie kann man bei falschen Erinnerungen helfen? |
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Wie kann man Menschen, die falschen Erinnerungen glauben, helfen?
Ich möchte an dieser Stelle gerne, auf der Basis meiner Erfahrungen, eine Antwort auf die Frage: Wie kann man Menschen, die falschen Erinnerungen glauben, helfen? geben. Ich höre und lese nämlich oft, dass man Menschen, die falschen Erinnerungen glauben, nicht helfen könnte.
Quellenamnesie
Das Problem ist in der Tat, dass falschen Erinnerungen so real sind wie wahre Erinnerungen. Viele Menschen haben versucht mir bewusst zu machen, dass man mir meine Missbrauchserinnerungen nur suggeriert hat, wie z.B. meine Lebensgefährtin, mit der ich zusammen lebte. Sie sagte mehrmals, dass sie nie irgendeiner anderen Person von mir begegnet sei. Doch man konnte mich nicht erreichen, aus zwei Gründen:
Zum einen sind falsche Erinnerungen, wie bereits erwähnt, so verdammt real. Ich glaubte nicht nur missbraucht worden zu sein, ich litt auch wie ein Missbrauchsopfer *. Ich spürte wie ich missbraucht und gefoltert wurde, wie man mir ein Messer in den Unterleib rammte, … Ich lag auf dem Boden, schrie und krümmte mich vor Schmerzen. Wie hätte ich in diesem ganzen Schmerz, in dem Leid, das ich verspürte, an der Richtigkeit meiner Erinnerungen zweifeln können?
Und zum anderen spielte die False-Memory-Kontroverse eine große Rolle. Mir wurde nicht nur ein Missbrauch suggeriert, mir wurde zudem auch noch (in Multiplen-Kreisen, in der Literatur, in den Selbsthilfegruppen, …) suggeriert, dass jeder, der Zweifel an meinen Erinnerungen äußert, ein Feind ist: Meine Familie, die einen Missbrauch bestreitet, verleugnet nur die Tat, meine Lebensgefährtin ist nur einer von den Skeptikern, Therapeuten, die die Diagnose nicht bestätigen sind nichts anders als Täterunterstützer, …
Als Klient steckt man in einem absoluten Dilemma: Auf der einen Seite litt ich wie ein reales Opfer. Auf der anderen Seite spürte ich immer wieder Zweifel an der Richtigkeit der Diagnosen Multiple Persönlichkeitsstörung und sexueller Missbrauch. Doch meine Zweifel wurden sofort wieder mit den Begriffen „Fressen für die Skeptiker“, Verleugnung, … im Keim erstickt.
Es hilft nicht, Menschen, die falschen Erinnerungen glauben nur zu sagen: „Deine Erinnerungen sind falsch“. Es hilft nicht, weil man selber wie ein reales Opfer leidet und weil Behauptungen derart „Jeder der Zweifel äußert, ist ein Skeptikern und ein Täterunterstützer“, „So was denkt man sich nicht aus, es gibt keine falschen Erinnerungen, alles ist wahr“, … regelrecht in die Köpfe der Menschen eingehämmert werden.
Das einzige was hilft ist: Man muss sich als Klient darüber bewusst werden, wann man zum ersten Mal begann zu glauben, man sei missbraucht worden.
Doch das ist gar nicht so einfach.
Als Außerstehender sieht man nur, wie der andere in den Wahn rennt, sich in Widersprüche verhapert, wie er einen nach dem anderen des Missbrauchs bezichtigt wird, … Doch als Außenstehender weiß man nicht, wie und wann der andere zu dem Glauben gelangte, missbraucht worden zu sein – was in der Therapie ablief, welches Buch einer gelesen hat, welchen Spielfilm sich einer angesehen hat, … und welche kognitiven Prozesse dadurch bei ihm in Gang gesetzt wurden.
Als Außenstehender bleibt einem nur den Betroffenen zu fragen, wann und wodurch er erstmalig zu dieser Überzeugung gelangte.
Doch als Klient steht man vor dem Problem der Quellenamnesie. Immer wieder habe ich mir die Frage gestellt: „Wie kam es eigentlich zu meiner Überzeugung missbraucht worden zu sein?“ Ich konnte auf diese Frage keine Antwort geben. Ich wusste es nicht mehr. Das einzige, was mich immer wieder stutzig werden ließ, waren meine Zweifel. Diese Zweifel verspürte ich bei sämtlichen anderen Erinnerungen nie.
Es wird immer wieder vor Suggestionsfragen in der Therapie gewarnt – zu Recht. Doch an die Suggestionsfragen konnte ich mich noch sehr gut erinnern. Die Frage: „An was erinnert Sie die Bockwurst, die sie bei ihrem Großvater nicht essen mochten“, hatte sich in mein Gedächtnis eingebrannt. Lange Zeit habe ich geglaubt, ich wäre durch solche Suggestionsfragen zu der Überzeugung verleitet worden, ein Missbrauchsopfer zu sein. Doch dann ich stieß auf chronologische Ungereimtheiten. Diese Suggestionsfragen wurden mir gestellt als ich bereits glaubte, missbraucht worden zu sein.
Erst als ich begann alle meine Tagebücher zu studieren, in denen ich detailliert jede einzelnen Therapiesitzung protokolliert habe und festgehalten habe, wer wann was gesagt hat und welche kognitiven Prozesse dadurch bei mir in Gang gesetzt wurden, fand ich eine Antwort auf die Frage, wann ich zum ersten Mal zu glauben begann, ich sei ein Missbrauchsopfer. Es waren nicht so offensichtliche Suggestionsfragen. Vielmehr waren es subtile Behauptungen/Bemerkungen/Äußerungen, wie z.B. ich könne Geborgenheit nicht von Sexualität trennen, was seinen Ursprung in der Kindheit habe müsse, in der sich Sexualität und Geborgenheit vermischt haben müssen sowie die Diagnose Multiple Persönlichkeitsstörung, die einen Missbrauch bereits impliziert, ohne dass dieser Verdacht noch explizit äußern muss – und noch zahlreiche andere Einflüsse, über die ich bereits in diesem Forum berichtet habe.
An diese Behauptung konnte ich mich jedoch nicht mehr erinnern, was wahrscheinlich darauf zurückzuführen ist, dass ich ein Jahr später erkannte, dass diese Behauptung nichts anderes als eine der zahleichen Fehlinterpretationen meiner Analytiker war. Denn diese Behauptung geht wie sämtliche anderen Interpretationen meiner Analytiker völlig an der Realität vorbei. Sie war nichts anderes als eine Schema-F-Standartantwort.
Das Problem und die Lösung, so scheint mir, ist in der Quellenamnesie zu suchen.
Forschungsebnisse bestätigen meine Selbsterfahrung.
* Falsche Erinnerungen sind echtes Leid
Auch falsche Erinnerungen haben Traumata zur Folge
Echte Angst gibt es auch bei falschen Erinnerungen _________________ Wenn Du wissen willst wer Du bist, dann frag nicht andere, sondern dich selbst
Es ist besser für etwas gehasst zu werden, was man ist, als für etwas geliebt zu werden, was man nicht ist
Falsche Erinnerungen. Meine Erfahrung: http://www.induzierte-erinnerungen.com/viewtopic.php?t=87
Zuletzt bearbeitet von Jenny Doe am 26.11.2007, 06:34, insgesamt 8-mal bearbeitet |
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Jenny Doe Admin
Anmeldedatum: 29.11.2006 Beiträge: 6092
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Verfasst am: 22.04.2007, 08:26 Titel: |
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Wie entstand der Glauben, missbraucht worden zu sein?
Sechs Jahre lang, von Oktober 1994 bis Mai 2000 war mir klar, dass ich keine Multiple Persönlichkeit bin. Fünf Jahre lang, von September 1995 bis Mai 2000, beschäftigte mich ein möglicher sexueller Missbrauch überhaupt nicht mehr. Mir war in diesen Jahren klar, dass man mir die Multiple Persönlichkeitsstörung und "meine" sexuellen Missbrauchserinnerungen nur eingeredet hat.
Doch im Mai 2000 begann alles von Vorne (siehe 1. Fehldiagnosen MPS und sexueller Missbrauch ).
Ich habe mich oft gefragt wieso es meinen Therapeuten gelang mir das alles nochmal einzureden, obwohl mir doch sechs Jahre lang "bewusst" war, dass es sich bei diesen Diagnosen um Fehldiagnosen handelt. Dem liegen zwei Gründe zugrunde:
Zum einen war es der Gedanke "wenn drei Therapeuten (eine Oberärztin, eine Analytikerin, die viele Jahre in Amerika gelebt hat und dort mit Multiplen gearbeitet hat und eine Psychiaterin, die über zahlreiche Zusatzausbildungen verfügt), unabhängig voneinander bei mir die Multiple Persönlichkeitsstörung diagnostizieren, dann muss diese Diagnose stimmen. Doch so unabhängig voneinander war die Diagnostik gar nicht, wie ich später erkannte. Denn allen meinen Therapeuten lagen die Berichte ihrer Vorbehandler vor.
Der zweite Grund ist der, dass ich zwar erkannte, dass es sich bei diesen Diagnosen um Fehldiagnosen handelte, doch mir war 1994 noch nicht bewusst, wie und wodurch genau es dazu kam, dass ich begann zu glauben, ich sei missbraucht worden und ich sei multipel, wie und wodurch es dadzu kam, dass ich begann mich mit diesen Diagnosen zu identifizieren und sie zu einem Teil meiner Identität zu machen. Mir war damals nur klar, dass man mir das eingeredet hat, doch mir war nicht bewusst wie man mir das eingeredet hat, welche Methoden mir zum Verhängnis geworden waren, welcher Methoden (Übertragungstheorie, Interpretation selbstgemalter Bilder, Interpretation von Träumen, "freie" Assoziation usw.) sich meine Therapeuten bedient hatten um ihre Interpretationen auf mich zu übertragen und welche Prozesse durch diese Methoden bei mir in Gang gesetzt worden waren.
Das Problem an diesen Methoden ist, dass sie nicht das eigentliche Problem sind. Sie wurden bei mir vielmehr von meinen Therapeuten missbraucht um eine Diagnose und um Fehlinterpretationen bestätigt zu bekommen.
Bsp. Gegen die Übertragungstheorie an sich ist nichts einzuwenden. Jeder Mensch überträgt und projiziert auf seine Mitmenschen. Ebenso ist gegen die Arbeit mit Träumen oder selbstgemalten Bilderen nichts einzuwenden, vorausgesetzt, der Therapeut interpretiert nicht seine eigenen Ideologien in die Bilder seiner Klienten rein, sondern überlässt die Interpretation der Träume und Bilder dem Klienten.
Genau aus dem Grund, weil gegen diese Methoden an sich nichts einzuwenden ist, fiel es mir so schwer zu erkennen, dass diese Methoden von meinen Therapeuten benutzt und missbraucht wurden um Fehlinterpretationen bestätigt zu bekommen. Bei mir wurden diese Methoden benutzt um mir beim Wiedererinnern "behilflich" zu sein. Sie waren Mittel zum Zweck. Sie wurden dazu benutzt, um mir falsche Erinnerungen zu induzieren. In meine Träume und Bilder wurde ein Missbrauch hineininterpretiert, meine Aversion, die ich gegen die Berührungen meiner Analytikerin verspürte, wurde als Übertragung von meiner Mutter auf sie abgetan - nicht sie verhält sich grenzüberschreitend und Macht missbrauchend, sondern ich übertrage nur von meiner Mutter auf sie, lautete die Interpretation usw. usw.
Es reichte nicht nur zu wissen, dass mir falsche Erinnerungen induziert wurden. Wichtig waren auch die Fragen "Wie?" und "Wodurch?" wurde ich zu dieser Überzeugung gebracht.
Da mir das "Wie" und "Wodurch" im Jahr 1994 noch nicht bewusst war, fiel ich im Jahr 2000 noch ein zweites Mal auf diese Methoden, die zum Mittel des Zwecks missbraucht wurden, rein -diesmal richtig. "Denn wenn so viele Therapeuten (scheinbar) unabhängig voneinander zu denselben Interpretationen gelangen, dann müssen meine Therapeuten Recht haben und ich bin wirklich multipel und wurde wirklich missbraucht und mein Wissen, dass ich nicht missbraucht wurde ist falsch", dachte ich.
Ich war im Jahr 2000 noch nicht in der Lage mich selber vor diesen endlosen Fehlinterpretationen einer Analytiker zu schützen, weil mir noch nicht bewusst war, dass meine Therapeuten ihre Methoden einsetzten um mich in eine ganz bestimmte Richtung zu lenken - in die Richtung, die sie für richtig, für die Wahrheit hielten.
Genau das war das Fatale in meinen Therapien: die Intention meiner Therapeuten war nicht offensichtlich. Ich begriff damals noch nicht welches Ziel meine Therapeuten durch Anwendung all dieser Methoden verfolgten. Sie lenkten mich mit all diesen Methoden in eine ganz bestimmte Richtung ohne dass ich das bewusst merkte. Sie unterzogen mich, kurz gesagt, einer Gehirnwäsche.
Fazit aus meinen eigenen Erfahrungen:
Menschen, die falschen Erinnerungen glauben, kann nur geholfen werden, wenn sie sich, wie oben bereits erläutert, bewusst werden, wann und sie erstmalig begannen sich "zu erinnern" (Quellenamnesie) und wie und 2. wodurch sie zu der Überzeugung gelangten misbraucht worden zu sein - welche Methoden (nicht nur Therapeuten bedienen sich bestimmter Methoden, auch z.B. das Buch "Trotz allem bedient sich manipulativer und suggestiver Methoden) eingesetzt wurden und welche kognitiven Prozesse bei ihnen in Gang gesetzt wurden.
Doch all diese Hilfsangebote sind nur dann von Nutzen, wenn die Person, die falschen Erinnerungen glaubt, weiß, dass es falsche Erinnerungen gibt. Dazu später mehr. _________________ Wenn Du wissen willst wer Du bist, dann frag nicht andere, sondern dich selbst
Es ist besser für etwas gehasst zu werden, was man ist, als für etwas geliebt zu werden, was man nicht ist
Falsche Erinnerungen. Meine Erfahrung: http://www.induzierte-erinnerungen.com/viewtopic.php?t=87
Zuletzt bearbeitet von Jenny Doe am 18.10.2009, 07:29, insgesamt 2-mal bearbeitet |
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Jenny Doe Admin
Anmeldedatum: 29.11.2006 Beiträge: 6092
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Verfasst am: 22.04.2007, 10:49 Titel: |
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Glaube, dass es falsche Erinnerungen gibt
Es macht wenig Sinn, Menschen, die falschen Erinnerungen glauben, zu sagen "Deine Erinnerungen sind falsch", wenn der Betroffene nicht daran glaubt, dass es falsche Erinnerungen gibt.
Auch mir ging es so. Obwohl ich 1994 zum ersten Mal erkannte, dass man mir einen Missbrauch und die Multiple Persönlichkeitsstörung nur eingeredet hat, war ich im Jahr 2000 davon überzeugt, dass es keine falschen Erinnerungen gibt, dass falsche Erinnerungen nur eine Erfindung der Täter sind. Aus zwei Gründen, wie ich heute weiß:
Zum einen hatte das, was ich 1994 begriff keinen Namen. Ich wusste damals nur, dass man mir einen Missbrauch eingeredet hat. Ich wusste jedoch nicht, dass man das "falsche Erinnerungen" nennt.
Als ich mich im Jahr 2000 in die Multiple-Szene begab musste ich erst mal im Wörterbuch nachschlagen, was man unter "False Memory Syndrom" versteht. Doch ich brachte das, was ich darüber las, nicht mit mir und mit meiner Erkenntnis aus dem Jahr 1994 in Verbindung. Ich brachte es deshalb nicht miteinander in Verbindung, weil ich, als ich zum ersten Mal die Worte "falsche Erinnerungen" hörte, bereits erneut zu der Überzeugung gebracht worden war, ich sei missbraucht worden und ich sei multipel. Im Jahr 2000 dachte ich, ich wäre 1994 deshalb zu der Überzeugung gelangt, man hätte mir das alles nur eingerdet, weil es mir nicht gelungen war, mich wieder zu erinnern.
Der zweite Grund, warum ich nicht glaubte, dass es falsche Erinnerungen gibt war der, dass ich ausschließlich nur Texte von Vertretern der Verdrängungstheorie las, in denen mir einheitlich der Glaube vermittelt wurde, falsche Erinnerungen gäbe es nicht, falsche Erinnerungen seien nur eine Erfindung der Täter. Die Texte der "Gegenseite" las ich - so wie es sich gehört - nicht. Texte der "Gegenseite" ordnete ich ungelesen der Kategorie "Täterunterstützer" zu.
Es gab viele Menschen, die immer wieder versuchten haben, mich wieder auf den richtigen Weg zurück zu bringen. Vergeblich. Wenn man nicht daran glaubt, dass es falsche Erinnerungen gibt, glaubt man auch nicht daran, dass man selber davon betroffen ist, selber falschen Erinnerungen glaubt. Ich reagierte so, wie fast alle reagieren, die darauf hingewiesen werden, dass ihre Erinnerungen falsch sind: Ich beschimpfte die Personen, die veruchten mir zu helfen.
Es macht also wenig Sinn, Menschen, die falschen Erinnerungen glauben, direkt zu sagen: "Deine Erinnerungen sind falsch".
Dass es falsche Erinnerungen gibt wurde mir zum ersten Mal bewusst, als ich bei anderen Menschen beobachtete, dass sie falschen Erinnrungen glauben. Es waren "harmlose" Erinnerungen, z.B. Erinnerungen an gemeinsame Unternehmungen, die sich in der Berichterstattung voneinander unterschieden.
Meine Beobachtung, dass falsche Erinnerungen nicht die Ausnahme, sondern die Regel sind, hatte zur Folge, dass ich begann bei mir selber zu gucken und meine Erinnerungen auf ihre Richtigkeit hin zu überprüfen. Ich stieß auf viele Ungereimtheiten "harmloser" Erinnerungen. Und ich erkannte welche Einflussfaktoren (wie z.B. Erzählungen anderer) zur Folge hatten, dass sich meine Erinnerungen über die Jahre hinweg verändert haben).
Meine Fremd- und Selbstbeobachtungen ließen keinen Zweifel mehr, dass es falsche Erinnerungen gibt und dass diese nicht eine Erfindung der Täter sind, sondern ein allgemeines und alltägliches Gedächtnisproblem.
Doch ich brachte diese Erkenntnis damals noch nicht mit meinen sexuellen Missbrauchserinnerungen in Verbindung. Dass auch meine Missbrauchserinnerungen falsch sind begriff ich erst 2005 als ich meine immer wieder kehrenden Zweifel zuließ und begann Nachforschungen anzustellen (siehe Erfahrungsbericht).
Voraussetzung ist also erst mal, dass man sich von dem Mythos, falsche Erinnerungen gäbe es nicht, befreit.
Doch das ist alles andere als einfach, da man, wenn man Zweifel äußert oder beginnt sich mit dem Thema "Falsche Erinnerungen" zu beschäftigen, in der Schublade "Verräter", "Abtrünniger" und "Täterunterstützer" landet.
Dass ich meine Zweifel so lange unterdrückte hatte auch viel mit Loyalität meinen multiplen Freunden gegenüber zu tun.
Man kann also versuchen Menschen, die falschen Erinnerungen glauben, behutsam darauf hinzuweisen, dass falsche Erinnerungen normal sind und sich nicht nur auf den Themenkomplex "Sexueller Missbrauch" beschränken. Man könnte z.B. alltägliche Beispiele anführen.
Jenny Doe _________________ Wenn Du wissen willst wer Du bist, dann frag nicht andere, sondern dich selbst
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Jenny Doe Admin
Anmeldedatum: 29.11.2006 Beiträge: 6092
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Verfasst am: 13.05.2007, 09:42 Titel: |
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Was glaubst Du selber?
Aus eigener Erfahrung und aufgrund von Gesprächen mit anderen Klienten, denen falsche Erinnerungen induziert wurden, weiß ich, dass all die, die falschen Erinnerungen glauben, immer wieder von Zweifel an der Richtigkeit ihrer Erinnerungen geplagt werden. Der Mensch scheint, so scheint mir, die Wahrheit zu kennen - was ebenfalls durch Forschungsebnisse bestätigt wird.
Man könnte Klienten, die an der Richtigkeit ihrer Erinnerungen zweifeln, fragen, was sie selber glauben.
Meiner Erfahrung nach und aufgrund von Gesprächen mit anderen Betroffenen, weiß ich, dass Menschen, die falschen Erinnerungen glauben, immer wieder nach Bestätigung von Außen suchen, dass ihre Erinnerungen richtig sind. Sie fragen ständig Freude, Familienangehörige, den Therapeuten, ... "glaubst Du/glauben Sie, dass ich missbraucht wurde?".
Meine Therapeuten haben auf diese Frage mit "Ja" geantwortet - nicht, weil sie es wussten (wissen kann es niemand) - sondern weil sie es glaubten. Sie haben mich mit ihrem Glauben, in meinem Glauben, dass meine (falschen) Erinnerungen wahr sind, bestärkt und mich durch die Bestätigung an der falschen Opferolle gebunden.
Wenn man jedoch Klienten fragt: "Was glauben sie selber?", dann ist man als Klient gezwungen bei sich selber zu gucken, sein Gefühl zu fragen, die Antwort in sich selber zu suchen - eine Antwort, die man nur selber kennen kann.
Man sollte die Frage: "Bin ich missbraucht worden" stets an den Klienten zurückgeben und es vermeiden ihm darauf mit einem Ja oder Nein zu antworten. Der Einzige, der wissen kann, ob er missbraucht wurde oder nicht, ist der Klient. Kein Außenstehender kann das wissen - auch nicht der Therapeut. _________________ Wenn Du wissen willst wer Du bist, dann frag nicht andere, sondern dich selbst
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Zuletzt bearbeitet von Jenny Doe am 13.05.2007, 12:37, insgesamt 2-mal bearbeitet |
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Jenny Doe Admin
Anmeldedatum: 29.11.2006 Beiträge: 6092
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Verfasst am: 13.05.2007, 09:55 Titel: |
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Glaubst Du missbraucht worden zu sein oder weißt und erinnerst Du dich?
Falsche Erinnerungen sind genaugenommen keine Erinnerungen. Bei falschen Erinnerungen handelt es sich um imaginäre Bilder und Fantasien, die man als Klient für wahr hält, von denen man glaubt, dass sie wahr sein müssen, weil der Therapeut einem sagt, dass diese wahr seien.
Bei wahren Erinnerungen hingegen erinnert man sich. Man glaubt nicht, missbraucht worden zu sein, man weiß es, man erinnert sich, man ist im Einklang mit sich selber, man zweifelt nicht ständig.
Deshalb ist die Frage: Glaubst Du missbraucht worden zu sein oder weißt und erinnerst Du dich? sehr hilfreich.
Klienten halten - das ist meine Beobachtung und Erfahrung - ihre (faslchen) Erinnerungen nur so lange für wahr, wie sie vom Therapeuten aufgefordert werden, sie für wahr zu halten, sie als "Botschaften des Unterbewusstseins" anzusehen. Spätestens nach der Therapie, wenn es niemanden mehr gibt, der sie auffordert, ihre (falschen) Erinnerungen für wahr zu halten, bekommen sie Zweifel an der Richtigkeit ihrer Erinnerungen.
Der Grund für diese Zweifel ist, dass die imaginären Bilder verblassen, man als Klient plötzlich auf Widersprüche stößt, die einem zuvor gar nicht aufgefallen sind, weil man nur damit beschäftigt war, nach Beweisen für einen tatsächlich stattgefundenen Missbrauch zu suchen, ... _________________ Wenn Du wissen willst wer Du bist, dann frag nicht andere, sondern dich selbst
Es ist besser für etwas gehasst zu werden, was man ist, als für etwas geliebt zu werden, was man nicht ist
Falsche Erinnerungen. Meine Erfahrung: http://www.induzierte-erinnerungen.com/viewtopic.php?t=87 |
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Jenny Doe Admin
Anmeldedatum: 29.11.2006 Beiträge: 6092
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Verfasst am: 26.11.2007, 06:33 Titel: |
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Auf Widersprüche aufmerksam machen
Falsche Erinnerungen sind nicht selten von Widersprüchen geprägt, Widersprüche, die dem Klienten (und auch dem Therapeuten) nicht auffallen, weil dieser - einmal zu dem Glauben gelangt, missbraucht worden zu sein - nur noch Beweisen sucht, nicht aber mehr nach Gegenbeweisen.
So war es auch bei mir. Dass meine sexuellen und rituellen Missbrauchserinnerungen falsch waren, lag mehr als offensichtlich auf der Hand. Es ist z.B. nicht möglich, dass ich im Alter von 1 - 3 Jahren geschwängert und anschließend gezwungen wurde, mein eigenes Kind zu töten.
Obwohl dieser Widerspruch, diese Absurdität mehr als offensichtlich war, sah sie keiner, weder ich, noch meine multiplen Freunde, noch meine Therapeuten. Der Glaube, dass ein Missbrauch vorliegen muss, denn schließlich deuten ja die Symptome darauf hin, der Glaube, dass imaginäre Bilder grundsätzlich Botschaften des Unterbewusstseins seien, sowie der Glaube, falsche Erinnerungen gäbe es nicht, hat buchstäblich alle blind gemacht. Sie sahen nur das, was sie sehen wollen.
Klienten, die falschen Erinnerungen glauben, ist nicht damit geholfen, wenn alle schweigen - schweigen aus Angst, in die Täterschublade gepackt zu werden, wenn sie es wagen diese Klienten auf Widersprüche in ihren Erinnerungen aufmerksam zu machen.
Doch der Hinweis auf Widersprüche in den "Erinnerungen" birgt eine Gefahr: Bei mir selber und bei anderen konnte ich beobachten, dass der Hinweis auf Widersprüche in den Erinnerungen zur Folge hat, dass weitere falsche Erinnerungen kreiert werden, die diese Widersprüche beseitigen sollen. Das Resultat ist, dass die "Erinnerungen" immer absurder werden.
Hier gilt das, was ich bereits oben geschrieben habe: Wenn man nicht daran glaubt, dass es falsche Erinnerungen gibt, wenn man glaubt, jeder, der es wagt einen auf Widersprüche in den Erinnerungen aufmerksam zu machen, sei einer von den Skeptikern, den Täterunterstützer, werden solche Hinweise im Sand verlaufen.
Die Folge ist nicht selten, dass Klienten die Therapie bei ihrem "täterunterstützenden" Therapeuten, der ihnen nicht glauben will, abbricht und sich auf die suche nach einem Therapeuten begibt, der ihnen glaubt.
Auch ich habe mich so verhalten. Ich habe eine Therapeutin, die es wagte zu sagen, dass sie die Vordiagnosen (DIS und sexueller Missbrauch) erst mal gerne überprüfen muss, übel beschimpft.
Wenn man glaubt, missbraucht worden zu sein, begibt man sich als Klient nicht auf die Suche nach einem Therapeuten, der es wagt, die Erinnerungen zu überprüfen, sprich (subjektiv empfunden), "die Erinnerungen in Frage zu stellen".
Auch hier hilft, meiner Erfahrung nach, nur, dass man dem Klienten erst mal klar macht, dass es falsche Erinnerungen gibt, dass diese nicht nur eine Erfindung der Täter sind, sondern ein ganz normales Gedächtnisproblem. _________________ Wenn Du wissen willst wer Du bist, dann frag nicht andere, sondern dich selbst
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Jenny Doe Admin
Anmeldedatum: 29.11.2006 Beiträge: 6092
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Verfasst am: 13.03.2008, 12:35 Titel: |
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Konfrontation mit dem Beschuldigten
In der Therapie/in der literatur/in Foren usw. ist es üblich, dass Klienten aufgefordert, mitunter sogar genötigt werden, den kontakt zu ihren "Tätern" abzubrechen. Man bekommt als Klient eine ganze Palette von Vorwarnungen, wie z.B. "eine konfrontation mit Deinem Vater bringt nichts, der leugnet sowieso, dass er dich missbraucht hat", usw. mit auf den Weg gegeben. Man wid ermuntert, sich nur noch mit Menschen zu umgeben, die einem glauben, dass man missbraucht wurde - sprich, die einen in dem glauben, missbraucht worden zu sein, bestätigen.
Es ist in Therapien unüblich, dass der beschuldigte Elternteil eingeladen wird, seine Version darzulegen.
Doch genau das ist unbedingt nötig.
Um wieder Realität unter die Füße zu kriegen, muss man als Klient mit der Realität konfrontiert werden.
Ich habe die Konfrontation nicht gesucht, weil ich, wie fast alle, glaubte, dass es keinen sinn macht, denn "meine Täter" leugnen den Missbrauch ja sowieso.
Doch mein Vater ist mir mehrmals auf der Straße begegnet, ebenso wie andere Familienangehörige, die ich des Missbrauchs bezichtigte.
Diese Begegnung löste in mir ein absolutes chaos aus. Die Realität stimmte nicht mit dem überein, was in meinem Kopf entstanden war. Wenn ich meinem Vater gegenüberstand, dann spürte und wusste ich, das er mir nichts angetan hat. _________________ Wenn Du wissen willst wer Du bist, dann frag nicht andere, sondern dich selbst
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Jenny Doe Admin
Anmeldedatum: 29.11.2006 Beiträge: 6092
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Verfasst am: 31.03.2008, 19:15 Titel: |
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Einflussfreie Situation schaffen
Solange ich mich in Therapie befand und dem Einfluss meiner Therapeutin ausgesetzt war, hatte keiner eine Chance, an mich ranzukommen und mir dabei zu helfen, zu erkennen, dass meine Erinnerungen falsch sind.
Als Klientin befand ich mich in einen Konflikt. Einerseits glaubte ich, missbraucht worden zu sein, andererseits plagten mich immer wieder meine Zweifel an der Richtigkeit meiner Erinnerungen. Doch ich wusste, ich darf mich nicht mit "Menschen von der Gegenseite" unterhalten (geschweige denn, meine Zweifel äußern). Sich mit "Menschen von der Gegenseite" zu unterhalten oder Zweifel an den eigenen Erinnerungen zu äußern, kam einem Verrat an allen Missbrauchsopfern gleich. Meine Zweifel an meinen eigenen Erinnerungen gingen immer einher mit Schuldgefühle Missbrauchsopfern und Multiplen Persönlichkeiten gegenüber. U.a. aus Loyalitätsgründen ihnen und meinen Therapeuten gegenüber, habe ich meine Zweifel unterdrückt, bin "Menschen von der Gegenseite" aus dem Weg gegangen und habe auch deren Literatur nicht gelesen.
Erst als ich keinen therapeutischen Einflüssen mehr ausgesetzt war schaffte ich es, mir selber die Erlaubnis zu erteilen, zweifeln zu dürfen und fand schließlich wieder zu mir selber
Viele Klienten, die sich hilfesuchend an "Menschen von der Gegenseite" wenden, stehen noch unter dem Einfluss ihrer Therapeutin. Einige klienten erscheinen sogar zu Beratungsgesprächen nur zusammen mit ihrer Therapeutin.
Wenn man Klienten helfen möchte, ist es wichtig, eine einflussfreie Situation zu schaffen, d.h. sie Schritt für Schritt aus dem Einfluss ihrer Therapeutin zu lösen und sie zu ermuntern, eigene Wege zu gehen, bei sich selber zu bleiben, auf sich selber zu hören. _________________ Wenn Du wissen willst wer Du bist, dann frag nicht andere, sondern dich selbst
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Jenny Doe Admin
Anmeldedatum: 29.11.2006 Beiträge: 6092
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Verfasst am: 31.03.2008, 19:31 Titel: |
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Erlaubnis erteilen, zweifeln zu dürfen
Viele klienten wissen nicht, dass sie zweifeln dürfen.
Auch mir ging es so. Wie bereist oben erwähnt, kam das Zweifeln an den eigenen Erinnerungen einem Verrat an allen Missbrauchsopfern gleich. Wenn ich versuchte über meine Zweifel an der Diagnose meiner Therapeutin zu äußern, dann wurde ich beschimpft, ob ich wüsste, was ich damit den Missbrauchsopfern antue. Von Anfang an wurde mir eingeredet, wenn ich zweifle, dann unterstütze ich die Täter und werfe der False Memory Bewegung "ihr Fressen" zu.
Meine Zweifel wurden systematisch unterdrückt und Gespräche mit "Menschen von der Gegenseite" heftig sanktioniert.
Es hat viele Jahre gedauert, bis ich mir selber das Recht erteilte und mir das Recht herausnahm, zweifel zu dürfen und meine Erinnerungen auf ihre Richtigkeit hin zu überpürfen. Als ich das wagte, wurde ich nicht nur übel beschimpft, mir wurde sogar mit einer Anzeige gedroht.
Wenn man Menschen, die falschen Erinnerungen glauben, helfen möchte, kann es sehr hilfreich sein, ihnen die Erlaubnis zu erteilen, zweifeln zu dürfen.
Viele schaffen das nicht mehr. sie haben nicht nur eine wahnsinnige Angst, sie verspüren zudem auch Schuldgefühle Missbrauchsopfern gegenüber. _________________ Wenn Du wissen willst wer Du bist, dann frag nicht andere, sondern dich selbst
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Jenny Doe Admin
Anmeldedatum: 29.11.2006 Beiträge: 6092
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Verfasst am: 19.04.2008, 17:02 Titel: |
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Aufforderung, eigene Worte zur Beschreibung von Gefühlen, Selbstwahrnehmungen, Gedanken, ... zu benutzen
Nicht selten steht die Sprache zwischen einem selbst und der Selbstwahrnehmung.
Das ist auch dann der Fall, wenn Klienten in der Therapie Worte wie "Verdrängung", "Zeit verlieren" usw. lernen und sich dann dieser Wortwahl zur Selbstbeschreibung bedienen.
Ich hätte selber niemals von mir heraus gesagt "Ich verliere Zeit" oder "Ich verdränge". Denn erstens kannte ich vor Therapiebeginn diese Worte nicht und zweitens hatte ich nicht das Gefühl, dass ich "Zeit verliere". Diese Worte habe ich erst in der Therapie gelernt und zu meiner Selbstbeschreibung übernommen, weil mir meine Therapeutin diese worte sozusagen "in den mund legte". Im Zirkelschluss wurde meine Wortwahl dann als Beweis dafür angeführt, dass ich tatsächlich verdränge, Zeit verliere usw. Denn warum sonst sollte ich sagen "Ich verdräne", "ich verliere Zeit", wenn dem nicht so ist?
Die Aufforderung an den Klienten, in eigenen Worten zu beschreiben, wie er sich selber wahrnimmt, was er fühlt und denkt, ... ist deshalb so wichtig, weil man ihn damit gleichzeitig auch auffordert bei sich selber nachzuspüren, wie sich das anfühlt, was er bis dato wie selbstverständlich mit Begriffen wie "Verdrängung" oder "Zeit verlieren" beschrieben hat.
Mir haben meine Tagebücher sehr dabei geholfen herauszufinden, welche meiner Erinnerungen nun wahr und welche falsch sind. Vor Therapiebeginn habe ich mich selber Wörter derart "ich driftete wieder weg", "ich stehe wie ein Schatten neben mir selbst" usw. bedient. Während meiner Therapie wurden diese Selbstbeschreibungen und Selbstwahrnehmungen unter dem Oberbegriff "Zeit verlieren" zusammengefasst. Von díesem Tag an sagte ich "ich verliere Zeit", wenn ich versuchte zu erklären, wie sich das anfühlt, wenn ich neben mir stehe, mich von außen sehe usw.
Mir haben meine Tagebücher, in denen ich in eigenen Worten wiedergab, was ich fühle und wie ich mich selber wahrnehme sehr dabei geholfen herauszufinden, dass das nicht "Zeit verlieren" ist.
Ebenso verhielt es sich mit dem Begriff "Verdrängung", den ich wie selbstverständlich benutzte und der in meiner Therapie synonym mit "Vergessen" verwendet wurde. Auch hier zeigten mir meine Tagebücher, dass ich die Erinnerungen nie vergessen hatte, ich hatte nur nicht mehr daran gedacht, weil sie für mich kein Thema mehr waren, mich nicht belasteten usw. Doch in der Therapie wurde mir erklärt, ich hätte diese Erinnerungen verdrängt und vergessen und deshalb müssten sie für mich ein Trauma gewesen sein.
Die Verwendung eigener Worte kann bewirken, dass man wieder zu sich selber und zu seinen eigenen Gefühlen und Wahrnehmungen findet.
Ich möchte zu dieser Thematik noch ein weiteres Beispiel anführen und den Leser bitten selbst mal zu überlegen, welchen Einfluss die Sprache bzw. die Wortwahl auf die Selbstwahrnehmung des Klienten ausüben kann:
Satz 1: "Sie sind eine Multiple Persönlichkeit. Sie bestehen aus mehreren Persönlichkeiten".
Satz 2: "Sie leiden unter einer Dissoziativen Identitätsstörung und haben Erinnerungen, Gefühle usw. von sich abgespalten". _________________ Wenn Du wissen willst wer Du bist, dann frag nicht andere, sondern dich selbst
Es ist besser für etwas gehasst zu werden, was man ist, als für etwas geliebt zu werden, was man nicht ist
Falsche Erinnerungen. Meine Erfahrung: http://www.induzierte-erinnerungen.com/viewtopic.php?t=87
Zuletzt bearbeitet von Jenny Doe am 28.10.2009, 06:33, insgesamt einmal bearbeitet |
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Jenny Doe Admin
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Verfasst am: 03.09.2008, 07:53 Titel: |
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Mit Tatsachen (wissenschaftlichen Fundierungen) konfrontieren
Therapeuten sollten es meiden ihren Klienten zu sagen: "Es kann sein, dass sie missbraucht wurden, es kann sein, dass sie nicht missbraucht wurden".
Diese Neutralität ist zwar lobenswert, aber mit solchen "Kann"-Aussagen wird Klienten ein Unsicherheitsgefühl induziert bzw. sie werden in diesem Unsicherheitsgefühl gelassen und mit diesem Gefühl alleine gelassen (in dem Fall, dass sie mit der Frage "Wurde ich missbraucht" die Praxis betreten). Wo ein solches Unsicherheitsgefühl besteht, entsteht der Drang nach Klarheit. d.h. dass der Klient möglichweise selber beginnt nach Erinnerungen zu suchen, nach dem Motto "Wenn nichts hochkommt, wurde ich auch nicht missbraucht". Doch dieses Suchen geht automatisch einher mit der Frage "Wer könnte es gewesen sein?", "War es der oder der?". Damit ist die Basis für die Entstehung falscher Erinnerungen gelegt.
Therapeuten sollten sich anstelle solcher "Kann"-Aussagen mit dem beschäftigen, was wissenschaftlich fundiert ist. Zum Thema "Forschungsergebnisse" siehe http://www.induzierte-erinnerungen.com/viewtopic.php?t=320
Klienten haben mehr davon, wenn man sie mit Tatsachen und der Realität konfrontiert als mit Spekulationen und Kann-Aussagen.
Aber auch hier wird der Therapeut einigen Problemen gegenüberstehen. Klienten, denen falsche Erinnerungen suggeriert wurden, wurde zeitgleich erklärt, dass sie Forschungen zu Falschen Erinnerungen nicht glauben sollen. Alle Forscher und Universitäten, die sich der Erforschung falscher Erinnerungen gewidmet haben, Zeitschriften, die über Falsche Erinnerungen berichten, ... sind, so die Argumentation, von Satanisten und Täter gekauft. Sie alle stehen unter Tätereinfluss, wird diesen Klienten suggeriert. Und auch Therapeuten, die darauf hinweisen, dass Erinnerungen auch falsch sein können, landen in der Täterschublade und werden nicht selten als Täterunterstützer beschimpft.
Therapeuten sollten sich darauf einstellen, dass solche Klienten die Therapie abbrechen und sich nach einem Therapeuten umsehen, der ihnen bestätigt, dass sie missbaucht wurden. Denn spätestens, wenn diese Klienten in Foren für Multiple Persönlichkeiten und Missbrauchsopfer erzählen, dass ihr Therapeut die Möglichkeit in Betracht gezogen hat, dass ihre Erinnerungen falsch sind, werden sie zum Therapieabbruch ermuntert.
Es kann hilfreich sein,
1. Klienten zu erklären, dass die Psychologie eine Wissenschaft ist
2. Klienten zu ermuntern mal darüber nachzudenken, wie realistisch die Behauptung ist, dass alle Forscher, Universitäten usw. von Tätern gekauft wurden.
3. sie aufzufordern, ihre Behauptung anhand konkreter Zitate zu beweisen.
4. Auch mir erging es so, auch ich las Texte von den "Täterunterstützer" nicht, bis zu dem Tag, an dem ich zufällig darauf stieß, dass Forscher wie Loftus überhaupt nicht in Frage stellen, dass es sexuellen Missbrauch gibt. Im Gegenteil, sie weisen sogar ausdrücklich darauf hin. Das war der Moment, in dem ich begriff, dass Texte von Forschern nur halb gelesen, wiedergegeben und zitiert werden, dass explizite Hinweise darauf, dass es beides gibt, nämlich Missbrauch und Falsche Erinnerungen, ignoriert werden. Es wird nur das gelesen und wiedererinnert, was die Täterunterstützer-Meinung bestätigt.
Es kann somit hilfreich sein, den Klienten darauf hinzuweisen, dass Forscher gar nicht in Frage stellen, dass es auch sexuellen Missbrauch gibt. Die meisten Forscher, wie z.B. Professor Markowitsch, und die meisten Journalisten (wie z.B. Sabine Rückert) erforschen bzw. berichten über beides: Falsche Erinnerungen und Sexueller Missbrauch. _________________ Wenn Du wissen willst wer Du bist, dann frag nicht andere, sondern dich selbst
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Falsche Erinnerungen. Meine Erfahrung: http://www.induzierte-erinnerungen.com/viewtopic.php?t=87
Zuletzt bearbeitet von Jenny Doe am 16.11.2009, 06:29, insgesamt 2-mal bearbeitet |
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Jenny Doe Admin
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Verfasst am: 03.09.2008, 08:18 Titel: |
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Objektive versus subjektive Wahrheit
Es ist zwar für Klienten ein schönes Gefühl, wenn Therapeuten ihnen und ihrer subjektiven Wahrheit bedingungslos glauben, doch dies ist nicht immer hilfreich. Wenn klienten bereits falschen Erinnerungen glauben oder erzählen, sie hätten so ein diffuse Gefühl, da könnte was gewesen sein, dann ist es fatal, wenn Therapeuten nur mit der subjektiven Wahrnehmung und Wahrheit des Klienten arbeiten und die objektive Wahrheit ignorieren. Sie lassen damit ihre Klienten in dem Zustand falscher Erinnerungen, lassen sie völlig sinnlos unter einem Missbrauch leiden, den sie in Wahrheit nie erlebt haben. Therapeuten sollten sich stets vor Augen halten, dass sie ja auch nicht zu einem Psychoseklienten sagen würden "mit der objektiven Realität und Wahrheit möchte ich aber nichts zu tun haben". Psychoseklienten würden sie versuchen mit der Realität zu konfrontieren, damit diese von ihrem Wahn befreit werden. Dieselbe Behandlung sollten Klienten erfahren, die falschen Erinnerungen glauben. Man tut Klienten, die falschen Erinnerungen glauben, keinen Gefallen, wenn man nur mit ihrer subjektiven Wahrheit arbeitet und die Klienten in dem Glauben lässt, dass ihre subjektive Wahrheit Realität ist.
Zur Unterscheidung der objektiven Wahrheit von der subjektiven Wahrheit sind Anregungen aus der Aussagepsychologie sehr hilfreich. Siehe dazu: http://www.induzierte-erinnerungen.com/viewtopic.php?t=275 _________________ Wenn Du wissen willst wer Du bist, dann frag nicht andere, sondern dich selbst
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Jenny Doe Admin
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Verfasst am: 13.10.2009, 18:35 Titel: |
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Erfragen, wer die Diagnose wann gestellt hat und was der Diagnosestellung vorausgegangen ist
Die Homepage der MEDIZINISCHE HOCHSCHULE HANNOVER http://www.infonetz-dissoziation.de/t-pseudo-dis.html enthält einige sehr gute Tipps, die ich zum Teil hier bereits aufgelistet habe, z.B.
| Zitat: | (...)
Kein Gebrauch von DIS-typischen Ausdrücken (z.B. Persönlichkeitsanteile etc.), bevor die Diagnose feststeht
(...)
wenn die PatientIn bereits mit der (auch Eigen-) Diagnose / Verdachtsdiagnose auf eine komplexe dissoziative Störung zu Ihnen kommt, explizit erfragen, wer die Diagnose wann gestellt hat und was der Diagnosestellung vorausgegangen ist |
Diese Hinweise lassen sich auf das Thema "Falsche Erinnerungen" übertragen s.o. z.B.
"Aufforderung, eigene Worte zur Beschreibung von Gefühlen, Selbstwahrnehmungen, Gedanken, ... zu benutzen" oder "Wie entstand der Glaube, missbraucht worden zu sein?" _________________ Wenn Du wissen willst wer Du bist, dann frag nicht andere, sondern dich selbst
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Jenny Doe Admin
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Verfasst am: 22.02.2010, 08:01 Titel: |
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Konfrontation mit dem traumatischen Ereignis "Erinnerungstherapie"
Stabilisierungstherapie:
| Zitat: | (...)
Erlernen von Imaginationsübungen (z.B. Bilder eines sicheren Ortes, guter innerer Helfer, eines sicheren Tresors zum „Wegpacken“ traumatischer Erinnerungen)
(...) |
http://www.praxis-dikomey.de/fileadmin/user_upload/Klinikliste.Aug._2009.pdf
Ich bin mir bewusst, dass ich mit dem, was ich jetzt schreiben werde, gegen eine Masse anlaufe. Doch nur weil die Masse unhinterfragt nicht überprüfte Hypothesen in die therapeutische Arbeit integriert, heißt das noch lange nicht, dass die Masse deshalb Recht hat.
Wie bereits oben erwähnt und durch Studien belegt, können falsche Erinnerungen ein Trauma darstellen und eine Posttraumatische Belastungsstörung zur Folge haben.
Kriterien einer PTBS sind unter anderem:
| Zitat: | C. Anhaltende Vermeidung von Reizen, die mit dem Trauma verbunden sind, oder eine Abflachung der allgemeinen Reagibilität (vor dem Trauma nicht vorhanden}. Mindestens drei der folgenden Symptome liegen vor:
1. bewusstes Vermeiden von Gedanken, Gefühlen oder Gesprächen, die mit dem Trauma in Verbindung stehen,
2. bewusstes Vermeiden von Aktivitäten, Orten oder Menschen, die Erinnerungen an das Trauma wachrufen
(...)
|
Obwohl Vermeidung typisch und charakteristisch für die PTBS ist, finden heutztage in sämtlichen therapeutischen Praxen Vermeidungsmethoden wie "Gedankenstopp" oder "Innerer Tresor" zur Behandlung der PTBS Anwendung. Wenn PTBS-Klienten etwas berherrschen, dann ist es die Vermeidung und Unterdrückung ihrer traumatischen Erinnerungen und Gedanken (siehe DSM-Kriterien der PTBS), so dass es kontrainduziert und dissoziationsverstärkend bzw. dissoziationsentstehend ist, wenn PTBS-Klienten dann auch noch in der Therapie zur Unterdrückung und zum Wegsperren ihrer traumatischen Erinnerungen aufgefordert und angehalten werden.
Bei der Konfrontation ist jedoch zu beachten, dass es sich im Falle falscher Erinnerungen um nicht erlebte traumatische Ereignisse handelt. Menschen, die falschen Erinnerungen glauben, glauben nicht nur daran, sie leiden wie ein reales Opfer. Zu glauben, man sei sexuell missbraucht worden, man hätte Menschen im Satanskult töten müssen, man hätte Morde mitansehen müssen, ... sind "Erinnerungen", die bei weitem das übersteigen, was ein Mensch verarbeiten kann. Bei Klienten, denen solche "Erinnerungen" iatrogen induziert wurden, handelt es sich jedoch um "Erinnerungen" an Ereignisse, die in Wahrheit nie stattgefunden haben.
Bei Klienten, denen solche falschen Missbrauchserinnerungen induziert wurden, steht der Therapeut vor einem Problem: Einerseits entstand die PTBS bei diesen Klienten durch diese iatrogen induzierten Erinnerungen. Zu glauben, man hätte sein eigenes Kind töten müssen, ... bedeutet Extremstress und permanente Anspannung. Andererseits jedoch hat der Klient diese Erlebnisse in Wahrheit gar nicht erlebt, so dass eine Konfrontationstherapie im eigentlichen Sinne nicht zur Anwendung kommen kann. Therapeuten können diese Klienten nicht in-sensu oder in-vivo mit einem Mord konfrontieren, den sie in Wahrheit gar nicht begannen haben bzw. erlebt haben, bis es zu einer Habituation kommt. Durch diese "In-Sensu-Konfrontation" entstanden bei diesen Klienten ja die falschen Erinnerungen ("Stellen Sie sich mal vor, wie es gewesen sein könnte" usw.)
Siehe hierzu:
| Zitat: | | Ehlers (1999) weist darauf hin, dass Emotionen und sensorische Erinnerungen auch wiedererlebt werden, wenn diese Eindrücke sich bereits als unwahr herausgestellt haben. |
Quelle: Beurteilungen von Aussagen über Traumata. Erinnerungen und ihre psychologische Bewertung. Renate Volbert. Bern 2004. Seite 100
Im Folgenden möchte ich beschreiben, wie es mir mit der "Stabilisierungstherapie" geht:
Zuerst führte die Ablenkung und Vermeidung einer Beschäftigung mit meinen Therapieerfahrungen, damit "ich stabilisiert werde", "mal zur Ruhe komme" tatsächlich zu einer scheinbaren Stabilität. So lange ich mich nicht mit dem beschäftige, was ich erlebt habe, so lange ich es schaffe, mich abzulenken, nicht an das zu denken, was passiert ist, ... so lange geht es mir sehr gut. Es erschien der Eindruck, als hätte ich meine Erlebnisse gut verarbeiten und integrieren können. Ich schaffte es, ein Jahr lang durchgehend zu lernen und mein Vordiplom abzulegen usw. Ich suchte mir Dinge, die mich von mir selber ablenkten, um mal "auf andere Gedanken zu kommen". Ich schaffte all diese Dinge erfolgreich, was, wie bereits erwähnt, so interpretiert wurde, dass ich meine Erfahrungen gut verarbeitet hätte, denn sonst hätte ich all diese Dinge nicht erfolgreich bewältigen können.
Doch diese Annahme war ein Trugschluss. Denn mir geht es nur so lange "gut", wie es mir gelingt, permanent beschäftigt und von mir abgelenkt zu sein. Ich bin in ständiger Bewegung, verspüre eine permanente Unruhe, die mich zu Bewegungen und Aktivitäten antreibt. Wenn ich mal eine Minute nicht abgelenkt bin, dann ist es mit der "Stabilität" vorbei. Dann laufen meine Therapieerfahrungen wie ein nicht zu stoppendes Video vor meinen Augen ab. Ich schlittere dann in eine schwere Depression, sehe alles nur noch schwarz. Ich versuche dann, mich wieder abzulenken, die Gedanken an meine Therapieerfahrungen zu vermeiden, suche mir wieder Beschäftigung und Aktivitäten, ... bis wieder eine scheinbar Stabilität eintritt.
So geht das seit meiner traumatisierenden Psychoanalyse. Ich befinde mich in einem Teufelskreislauf: Intrusionen Unterdrückung scheinbare Stabilität Rebound-Effekt Intrusionen Unterdrückung ..., der durch die Therapiemethoden "Gedankenstopp", "mal zur Ruhe kommen", "mal an was anderes denken", "sich mal ablenken", ... aufrecht erhalten wird.
Das, was einst der "Ablenkung" diente ist inzwischen selbst zum auslösenden Reiz geworden. Einst nahm ich mir z.B. ein Buch zur Hand, um mich abzulenken, um mich auf andere Gedanken zu bringen, heute erinnert mich ein Buch an das, wovor ich mich ablenke. Es weckt jene Erinnerungen, die ich eigentlich einst vermeiden wollte.
Vor drei Monaten habe ich meine Heimatstadt verlassen. Ich habe alles hinter mir gelassen, meine Freunde, meine Liebe, ..., weil ich es in meiner Heimatstadt nicht mehr ausgehalten habe. Jeder Reiz, jedes Gebäude, ... alles erinnerte mich an das, was in meiner Therapie passiert ist, sämtliche Reize sind mit meiner Theapieerfahrung assoziiert.
Die ersten Wochen ging es mir in der neuen Stadt sehr gut. Nichts triggerte mich mehr, ich konnte spazieren gehen, ohne ständig an meine Erfahrungen erinnert zu werden. Ich kam zur Ruhe und hatte das Gefühl, dass der Stadtwechsel eine gute Entscheidung war. Ein Trugschluss! Denn inzwischen erinnert mich die Tatsache, dass ich in einer anderen Stadt lebe an das, wovor ich einst geflüchtet war.
Immer mehr Reiz werden durch die Vermeidung zu auslösenden Reizen: Eine einst neutrale Stadt, ein einst tolles Buch, ... vermag nun Erinnerungen an das traumatische Ereignis "Erinnerungstherapie" zu wecken. Es ist durch die Vermeidung eine Assoziation zwischen dem traumatischen Ereignis und einst neutralen Reizen entstanden.
Wenn ich mich z.B. an den Schreibtisch setze um für meine Diplomprüfungen zu lernen oder um an meiner Diplomarbeit zu schreiben, steigen Schwindel- und Panikattacken auf. Erst wenn ich aufstehe und etwas anderes mache, lassen diese Attacken wieder nach. Der Schreibtisch - der einst neutral war - ist mit inzwischen mit "Lernen" assoziiert, "Lernen" wiederrum mit "Ablenkung vom traumatischen Ereignis", Vermeidung wiederum weckt Erinnerungen an das, was ich vermeide.
Es ist nur eine Frage der Zeit, bis auch die neutralen Reize, die mich jetzt von der "Schreibtisch-Lernen-Vermeidung-traumatsiches Ereignis"-Assoziationskette ablenken (z.B. Wohnung putzen, obwohl sie sauber ist), zum auslösenden Reiz werden.
Nachtrag:
| Zitat: | Das Unterdrücken intrusiver Gedanken gelingt jedoch in der Regel nicht und führt paradoxerweise dazu, dass sich die Intrusionen noch intensiver aufdrängen (sog. Rebound-Effekt) [Wegner et al., 1987]. Das Versagen dieser Strategie wird von Patienten häufig als persönliches Versagen interpretiert und mit weiteren Versuchen, die Gedanken zu unterdrücken, beantwortet.
Insbesondere der unflexible Einsatz dieser dysfunktionalen kognitiven und Aufmerksamkeitsprozesse trägt zur Chronifizierung der anfänglich normalen Symptome und damit zur Ausbildung einer PTBS bei.
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Metakognitive und andere kognitiv-verhaltenstherapeutische Verfahren bei posttraumatischer Belastungsstörung
Michael Simons
Verhaltenstherapie 2010;20:2-2 (DOI: 10.1159/000286699)
http://content.karger.com/ProdukteDB/produkte.asp?Aktion=ShowAbstract&ArtikelNr=286699&Ausgabe=253763&ProduktNr=224158
Mehr zum Thema siehe: http://www.induzierte-erinnerungen.com/viewtopic.php?t=1823 _________________ Wenn Du wissen willst wer Du bist, dann frag nicht andere, sondern dich selbst
Es ist besser für etwas gehasst zu werden, was man ist, als für etwas geliebt zu werden, was man nicht ist
Falsche Erinnerungen. Meine Erfahrung: http://www.induzierte-erinnerungen.com/viewtopic.php?t=87 |
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